
Konstruktionsmerkmale der Röders Maschinen

Die Röders Maschinen sind für die Schrupp- und Schlichtbearbeitung zahl- reicher Materialien (Stahl, Aluminium, Titan, Kupfer, Hartmetall, Keramik, Glas, Graphit etc.) durch Fräsen und/oder Schleifen optimiert. Höchste Präzision, beste Oberflächen und kürzeste Bearbeitungszeiten stehen im Vordergrund. Komplettbearbeitungen in einer Aufspannung, 3- oder 5‑achsig, einschließlich Tieflochbohren und Gewindeschneiden minimieren die Durchlaufzeiten. In vielen Anwendungen kann auch eine verlässliche Qualitätskontrolle durch Messen in der Maschine durchgeführt werden. Eine in jedem Detail durchdachte und mehrfach patentierte Maschinentechnik verleiht den Maschinen ihre unvergleichliche Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit.
Die Maschinen, außerordentlich robust und schwer, sind grundsätzlich als Portalkonstruktionen ausgeführt, weil dies zwar eine kostenaufwändigere, aber die präziseste Bauart ist. Geringe bewegte Massen erlauben eine hohe Dynamik in allen Achsen. Seit dem Jahr 2010 baut Röders nur Maschinen mit Direktantriebstechnik (Linear- und Torquemotoren) in allen Achsen. Die Maschinen stehen definiert und verformungsfrei auf 3 Maschinenfüßen.

Als Pionier in der Entwicklung von Linearmotormaschinen hat Röders frühzeitig die Bedeutung eines reibungsfreien Gewichtsausgleichs in der Z‑Achse, der die Regelungsgenauigkeit nicht beeinträchtigt, erkannt und dafür eine patentierte Lösung mit Vakuumschläuchen entwickelt. Diese haben zusätzlich den Vorteil, dass es auch bei dynamischen Achsbewegungen in der Z‑Achse nicht zu einem Wärmeeintrag kommt. Kleinste Verfahrinkremente im Submikrometerbereich können dadurch auch in der Z‑Achse problemlos realisiert werden.
Die Röders Maschinen wurden zunächst für den eigenen Werkzeugbau entwickelt, so dass von Beginn an auf einen sehr praxisgerechten Aufbau geachtet wurde. Großzügige Scheiben und Türen gewähren dem Bediener von zwei Seiten Einsicht und Zugang in den Arbeitsraum. Eine Automation erfolgt üblicherweise von der Vorderseite, so dass durch die Fronttür der Arbeitsraum und daneben der Werkzeugwechsler durch eine extra Klappe für eine automatische Beschickung mit Werkstücken und Werkzeugen durch das Handling erreichbar sind. Selbstverständlich ist bei allen Maschinen eine Kranbeladung möglich.


Der Aufbau von Direktantriebsachsen mit Linear- oder Torquemotoren ist bestechend einfach und kompakt. Auch der Laie versteht sofort, dass der Direktantrieb die präzisere und dynamischere Lösung im Vergleich zum Kugelrollspindelantrieb ist, besonders wenn bis auf 1 Nanometer genau interpolierte Linearmaßstäbe zum Einsatz kommen. Wenig bewegte Teile sorgen für ein äußerst geringes Ausfallrisiko und vermeiden Verschleiß. Röders setzt ausschließlich auf hochsteife Rollenführungen. Diese können bei hochgenauen Anwendungen extra mit einem Kühlkreislauf temperiert werden. Auch hier war Röders Vorreiter.
In mehreren Jahren Entwicklungsarbeit wurde das thermische Verhalten der Maschinen durch Röders optimiert, bis hin zur PRECITEMP®-Technologie. Zahlreiche Temperierkreisläufe vermeiden thermisch bedingte Verformungen der Maschinen, insbesondere durch innere Wärmequellen wie den Motoren.


Für eine hochpräzise Regelung der Linearachsen ist eine möglichst geringe Reibung wesentlich. Daher setzt Röders seit vielen Jahren auf lamellengeschützte Balgabdeckungen, die praktisch reibungsfrei sind.
Bei dem Werkzeugwechsel dürfen keine Späne zwischen Werkzeughalter und Spindelwelle geraten. Daher legt Röders besonderen Wert auf den Späneschutz während des Werkzeugwechsels. Es befindet sich immer nur eine Werkzeugaufnahme im Arbeitsraum, die gerade in die Spindel ein- oder ausgewechselt werden soll.

