
Technologie für das Schleifen, insbesondere Koordinatenschleifen


Durch die Kombination von Fräsen und Schleifen, insbesondere Koordinatenschleifen, in einer Aufspannung kann in vielen Anwendungen ein Effizienzsprung erreicht werden. Schruppbearbeitungen werden durch Fräsen erledigt, Hochpräzision teilweise im Submikrometerbereich mit Schleifen, meist Koordinatenschleifen, hergestellt. Gefräste 3D-Konturen passen perfekt zu geschliffenen Bereichen etc. Alle Maschinen außer der RXP400 können vollumfänglich für das Schleifen ausgestattet werden.
Für das Schleifen stehen zwei Strategien zur Verfügung, das vom Koordinatenschleifen bekannte Schnellhubschleifen und ein Langsamhubschleifen mit höherem Bahnvorschub und mehreren Umläufen, das die Maschine dynamisch weniger belastet und daher zu noch höheren Genauigkeiten führt. Bevorzugt wird als Schmierstoff eine Ölschwallspülung eingesetzt, wobei das Öl exakt temperiert ist. Die Oberflächenqualitäten erreichen den Nanometerbereich mit deutlich unter 0,01 µm.

Bei höchsten Präzisionsanforderungen im Submikrometerbereich wird das Werkstück zunächst mit geringem Aufmaß fertiggeschliffen, dann die erreichten Maße mit dem 3D-Taster vermessen, die final erforderliche Zustellung automatisch durch die RMS6-Steuerung berechnet und abschließend das Werkstück auf exakte Endmaße fertiggeschliffen. Ein Eingriff durch den Bediener ist nicht erforderlich. Dieses Vorgehen hat sich besonders bei Koordinatenschleifanwendungen bewährt, ist aber auch bei Bearbeitungsaufgaben mit größeren Schleifwerkzeugen umsetzbar.


Die RMS6-Steuerung unterscheidet sich maßgeblich von anderen Steuerungen durch die sehr einfache Programmiermöglichkeit von Schleifbearbeitungen direkt an der Steuerung und die umfangreichen verfügbaren Schleifzyklen. Dazu können extern konstruierte Geometrien direkt in die Steuerung eingelesen werden. Auch die 3- oder 5‑achsige Bearbeitung konischer Werkstücke inkl. des erforderlichen Abrichtens der Schleifstifte ist schnell programmiert.

Für das Abrichten der Schleifstifte stehen unterschiedliche Zyklen zur Verfügung. Mit einer Vorabvermessung im Messlaser kann das Antasten an die Abrichtscheibe erheblich verkürzt werden.

Die Körperschallvermessung wird verwendet, um
- den Schleifstift auf Diamantflächen exakt zu vermessen
- das Werkstück anzutasten
- den Schleifprozess zu überwachen und zu optimieren

Mit einer Eigenentwicklung hat Röders die Auswertung des Körperschallsignals gravierend verbessert, so dass Präzision und Verlässlichkeit erheblich erhöht werden. Die Visualisierung und Parametrierung der Signale ist voll in die RMS6-Steuerung integriert.

Mit Hilfe eines sehr kompakten, langjährig entwickelten Funk-Körperschallsensors ist eine Körperschallvermessung bei 5‑Achsmaschinen mit herausragender Signalqualität ohne störende Kabel möglich. Die Ergebnisse erreichen den Submikrometerbereich. Der Sensor wird automatisch aktiviert und nach der Bearbeitung in Stromsparmodus geschaltet. Damit kann dieser auch in automatisierten Maschinen sehr gut eingesetzt werden.

Der automatische Einsatz großer Schleifscheiben ist mit Hilfe eines speziellen Werkzeugwechslers möglich.

Die besten Schleifergebnisse werden mit feingefiltertem, exakt temperiertem Schleiföl erreicht. Dafür ist eine Löschanlage mit CO2 oder besonders für beengte Werkstätten auf Aerosol-Basis verfügbar.
